Nachhaltige schwedische Metallindustrie

Für eine nachhaltige Gesellschaft mit Zukunft ist der Lebenszyklus unserer Produkte von größter Bedeutung: Die Fertigung soll möglichst geringe Auswirkungen auf die Umwelt haben, und die Produkte sollen eine lange Lebensdauer aufweisen.

Das ist seit 1974, also von Anbeginn an unsere Philosophie. Bei uns wird der Nachhaltigkeitsgedanke stets vom gesunden Menschenverstand regiert. Wenn eine höhere Qualität für Kunden, Umwelt und Unternehmen von Vorteil ist, gibt es keinen Grund, Produkte mit geringerer Güte herzustellen. Wenn das Schneidöl für eine abfallfreie Industrie in einem geschlossenen System gesichert werden kann, das zudem als Fußbodenheizung in der Kantine fungiert, wäre es doch unklug, diesen Vorteil nicht zu nutzen. Oder wenn uns auffiele, dass die von uns verwendeten Messingstäbe einen Durchmesser von 12 mm aufweisen, obwohl 11,5 mm ausreichen, wäre es doch alles andere als intelligent, die Stabstärke nicht um 0,5 mm zu reduzieren und auf diese Weise viele hundert Kilo Messing einzusparen.

Selbstverständlich kommt unser Strom aus den erneuerbaren Energien Sonne, Wind und Wasser. So haben wir u. a. in Geothermie, eine Windenergieanlage und Solarzellen auf dem Dach investiert. Mit langfristigen Investitionen in erneuerbare Energiequellen, einem kontinuierlichen Prozess zur Senkung unseres Energiebedarfs, Forschungskooperationen zu bleifreiem Metall usw. sowie zum Wechsel von Mineral- zu Pflanzenölen übernehmen wir Verantwortung für eine nachhaltige schwedische Metallindustrie.

Vielleicht haben wir diese Perspektive eingenommen, weil die dritte Generation Fransson bereits neugierig im Werk herumspaziert. Da bekommt der Begriff Nachhaltigkeit nämlich eine andere Bedeutung.

ISO 14001
Vattenkraft

 

Schneidöl gegen kalte Füße

Wir setzen auf unkomplizierte Lösungen. Natürlich wird beim Drehen komplexer mechanischer Präzisionskomponenten jede Menge Schneidöl verbraucht. Deshalb schlugen wir zwei Fliegen mit einer Klappe, als wir unser eigenes geschlossenes System für das Schneidöl konstruierten: Zum einen kamen wir damit unserem Ansatz der abfallfreien Industrie einen großen Schritt näher, zum anderen dient das System als Fußbodenheizung in unserer Kantine.

Geothermie trotz Gegenwind

„Nein, da brauchen wir viel zu viele Bohrlöcher!“
So lautete das einhellige Urteil der Experten, die über unsere Geothermiepläne nur den Kopf schüttelten. Doch wir machten unsere eigene Rechnung auf, und nach vier Jahren hatte sich die Investition amortisiert – anstelle der von den Fachleuten veranschlagten 20 Jahre. Die Zahl der Bohrlöcher war gerade einmal halb so groß wie empfohlen. Wir sind bestimmt nicht geizig, aber wenn es um uns herum quasi saubere, kostenlose Energie gibt, dann investieren wir doch besser in eine effektivere Produktion. Davon haben die Kunden und wir mehr.

Ersparnis in Messing

Verbesserungen entstehen oft dann, wenn man sich traut, Gewohnheiten infrage zu stellen. So wie damals, als Olle Fransson entdeckte, dass die von uns verwendeten Messingstäbe einen Durchmesser von 12 mm hatten, aber eigentlich 11,5 mm ausreichend waren – und er die Frage nach dem Warum stellte. Die Antwort lautete: So war es schon immer. Jetzt nicht mehr: Durch die Verkleinerung um 0,5 mm sparen wir heute hunderte Kilo Messing ein, senken unsere Transportkosten und verringern den Abfall. Eigentlich ganz einfach.

Bleifrei im Blick

Als Spezialunternehmen für das hochpräzise Drehen komplexer Teile gelten für uns äußerst geringe Toleranzen hinsichtlich Abfällen und Spänen, weshalb Metalle mit Blei das Mittel der Wahl sind. Bleifreie Metalle haben leider die Eigenart, die Werkzeuge abzunutzen und Schäden zu verursachen – bis jetzt. Gemeinsam mit anderen Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstituten sind wir an einem Projekt beteiligt, bei dem es um die Entwicklung von Werkzeugen und Maschinen geht, mit denen sich bleifreies Metall mit gleichbleibender Qualität und Effektivität bearbeiten lässt. Und wir sind auf einem guten Weg.

6S ist besser als 5S

Natürlich wissen wir, dass es eigentlich die 5S-Methode ist: Sortieren, Systematisieren, Sauberhalten, Standardisieren und Selbstdisziplin. Doch wir haben die Methode um ein weiteres S ergänzt: Suchen. Unsere Tätigkeit basiert auf bestimmten Abläufen sowie darauf, dass jeder einzelne Mitarbeiter nach Verbesserungen in der Produktion sucht. Im Grunde genommen geht es darum, wie sich verfügbare Ressourcen am besten nutzen lassen. Alle müssen Verantwortung übernehmen und Augen und Ohren offen halten, um neuen Ideen aufgeschlossen gegenüberzustehen.

45 Punkte zur Sicherung und Verbesserung

Unsere Mitarbeiter kommen gerne mit Vorschlägen und Ideen, aber man hat nicht immer die Gelegenheit, sie weiterzugeben oder weiterzuentwickeln. Also luden wir alle zu einem Workshop, und heraus kam eine Liste von 45 Punkten, auf der sich so verschiedene Aspekte wie Fahrgemeinschaften oder neue Dienstleistungen fanden. Vielleicht setzen wir alles in die Tat um, vielleicht werden die Punkte im Laufe der Entwicklung noch abgewandelt. Aber wenn man besser werden will, braucht man Ziele und Visionen. Im Großen wie im Kleinen, auf kurze und auf lange Sicht.

Unterschiede schaffen Verbindung und Entwicklungsmöglichkeiten

Kompetenz, Know-how und Berufsehre sind Kernbegriffe unserer Nachhaltigkeitsarbeit. Daher ist das Personal bei Gnosjö Automatsvarvning besonders heterogen zusammengesetzt: Wir beschäftigen Frauen und Männer verschiedenster Herkunft im Alter von 20 bis 65 Jahren. Diese Mischung sorgt für eine interessante Arbeitsumgebung und einen angeregten Erfahrungsaustausch, der einzelne Mitarbeiter und das gesamte Unternehmen weiterbringt. Fast alle besitzen das Grüne Zertifikat nach dem schwedischen Branchensystem CNC Teknik, sodass wir in 14 Wissensmodulen – darunter Qualität, Umwelt, Sicherheit und Messtechnik – über ein hohes Kompetenzniveau verfügen.