Revolutioniert den Maschinenbau

Gnosjö Automatsvarvning hat ein dreijähriges Pilotprojekt ins Leben gerufen, bei dem unter unserer Leitung die Forschungsgruppe Swerea IVF, die Technische Hochschule Chalmers, die Kgl. Technische Hochschule (KTH) und die Sahlgrenska Academy untersuchen, wie man Mineralöle im Maschinenbau durch pflanzliche Öle ersetzen könnte.

„Das Ziel ist die Reduzierung des Chemikalienverbrauchs im täglichen Betrieb durch die ausschließliche Verwendung erneuerbarer Öle, ohne dabei Abstriche bei Qualität oder Präzision zu machen. In der Testphase müssen wir daher sicherstellen, dass das Öl keine negativen Auswirkungen auf Maschinen, Produktion oder Endergebnis hat, bevor wir eine Entscheidung treffen“, so Linda Fransson, Geschäftsführerin bei Gnosjö Automatsvarvning.

Gnosjö Automatsvarvning besitzt über 40 Maschinen, die über ein zentrales System mit rund 50 Kubikmeter Mineralöl versorgt werden. Im Herbst wird eine Maschine von diesem System getrennt, um in einem separaten Bereich Tests mit dem pflanzlichen Öl durchzuführen. Hierbei ist die Hochschule Chalmers damit befasst, die Schneidtests auszuwerten und zu analysieren, während Swerea IVF zusammen mit einem Diplomanden der KTH eine Lebenszyklusanalyse erstellt, um die Umweltbelastung zu bewerten.

In einer ersten Stufe vergleichen sie die Leistungen der einzelnen Öle, indem sie die Ergebnisse von der Fertigung bis zur Reinigung und zum Endprodukt einander gegenüberstellen. Die nächste Stufe gilt der Mischung der Öle: Nach und nach wird das Mischverhältnis von Mineral- und Pflanzenöl geändert, um das Zusammenspiel der Öle zu evaluieren. Wenn dies alles wie geplant läuft, will man nach und nach auf Mineralöl im Zentralsystem verzichten.

„Wir nutzen ein Schneidöl, das ganz hervorragend funktioniert. Dennoch gibt es immer etwas, womit man seine Produktentwicklung optimieren und seinen ökologischen Fußabdruck verringern kann. Der Wechsel von einem endlichen Öl hin zu einem erneuerbaren Öl wäre sowohl für die Industrie als auch für die Umwelt äußerst positiv“, berichtet Linda Fransson.

Vorteile entstehen u. a. für die Arbeitsumgebung: Mit einem saubereren Öl auf Pflanzenbasis ist der Ölnebel bei Weitem nicht mehr so reizend.

„Einer unserer wichtigsten Gründe ist natürlich die Sorge um unsere Mitarbeiter. Schweden hat zwar bereits sehr gute Gesetze im Bereich Arbeitssicherheit, aber ich finde nicht, dass man sich hier zurücklehnen oder auf das nächste Gesetz warten sollte. Stattdessen sollten wir proaktiv vorgehen, Einfluss nehmen und die eigene Entwicklung vorantreiben“, fährt Linda Fransson fort.

Das Pilotprojekt ist Teil des von Vinnova finanzierten Projekts „Testbett für zukünftige Prozessflüssigkeiten in der nachhaltigen Fertigung“ unter der Leitung von Swerea IVF. Eva Troell, Projektleiterin bei Swerea IVF, sieht die Entwicklung des Projekts als äußerst positiv.

„Unsere Ambition ist die Gewährleistung, dass das pflanzliche Öl in der Fertigungsumgebung mindestens genauso gut funktioniert wie das Mineralöl. Bei Projektende sollten Gnosjö Automatsvarvning alle Daten und Unterlagen vorliegen, die sie für die Beschlussfassung brauchen“, schließt Eva Troell.

Sollte sich Gnosjö Automatsvarvning dafür entscheiden, das mineralbasierte durch ein pflanzenbasiertes Öl zu ersetzen, kann dies den gesamten Maschinenbau revolutionieren.